14 Januar 2007

Comedy Central startet im deutschen Kabel-TV

Am Montag, 14.01.2007, startet die deutsche Version von Comedy Central im Kabelfernsehen auf dem bisherigen Sendeplatz von Viva Plus. Zwar gibt's keine guten Filme zu sehen, dafür aber zwei sehenswerte Comedyserien, die im deutschen TV bisher noch nicht zu sehen waren und die an dieser Stelle ausdrücklich empfohlen werden müssen.

Die eine läuft Dienstags um 20:15 und heißt Extras. Erfinder und Hauptdarsteller ist Ricky Gervais, Erfinder der britischen Variante von Stromberg. Es geht um einen miesen Schauspieler, der sich als Komparse an großen Filmsets herumtreibt und in jeder Folge einen anderen Promi-Schauspieler nervt, z.B. Ben Stiller, Samuel L. Jackson, Kate Winslet uvm. Die US-Variante des iTunes-Onlineshops bietet die erste Folge der zweiten Staffel zum kostenlosen Download an. Das Titanic-Magazin ist übrigens schwer begeistert.

Die zweite Serie läuft Donnerstags um 20:15 und heißt Arrested Development. Eigentlich eine klassische Sitcom, allerdings hat sie einige Eigenschaften, wie sie z.B. auch in Stromberg zu finden sind, keine Lacher aus der Konserve, eine verwackelte Handkamera, die den Doku-Stil andeutet und trockene Pointen. Es geht um die Familie Bluth. Vater Bluth wird wegen diverser Steuervergehen eingebuchtet. Sein Sohn Michael muss die verwöhnte, neureiche Mischpoke ständig aufs neue an den Ernst der Lage erinnern. Die Titanic ist auch dieser Serie nicht abgeneigt.
Für beide Serien gilt Sehbefehl! Wer sich vorab schon von der Genialität von Arrested Development überzeugen möchte, kann sich bei MSN überzeugen. Dort werden bisher die ersten 11 Episoden im O-Ton gestreamt.



Extras bei Comedy CentralIMDBWikipediaTitaniciTunes
Arrested Development bei Comedy CentralIMDBWikipediaTitanicMSN

22 Oktober 2006

Jagshemash!

Helge Schneider auf Englisch. Kann das funktionieren? Wohl kaum. Es gibt einfach eine Form von Humor, die sich schwer oder gar nicht übersetzen lässt.
Und genau das trifft auch auf Borat zu. Wer Borat noch nicht kennt und des Englischen einigermaßen mächtig ist, der schaue sich bitte zunächst den folgenden Trailer an.



Borat ist Journalist aus Kasachstan und reist in die USA, um eine Reportage über die dortigen Sitten und Gebräuche zu drehen. Borat wird vom britischen Komiker Sascha Baron Cohen zum Leben erweckt - der gleiche Typ, der auch Ali G. erschaffen hat. Eigentlich geht Cohen mit seiner Borat-Figur konsequent den Weg, den er mit seiner Ali G.-Figur angefangen hat, bis zum bitteren Ende. Und das heißt jenseits aller denkbaren politisch korrekten (Geschmacks-)Grenzen. Mit seiner Ingnoranz gegenüber Zigeunern, Juden, Schwulen und natürlich Frauen lockt er seine amerikanischen Interviewpartner fast immer aus der politisch korrekten Deckung.
Am zweiten November läuft Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan auch bei uns im Kino und zwar in einer synchronisierten Fassung, bei der es einem die Schuhe auszieht.



Vor einiger Zeit kursierte noch ein Trailer durchs Netz, in dem es nur Untertitel gab. Das wäre sicher die elegantere Lösung gewesen. Denn synchronisiert wird die Kunstfigur Borat bestenfalls zur mittelmäßigen Kaya-Yanar-Imitation. Und das ist einfach schade. Die Tatsache, dass dieser Film für das deutsche Publikum vollständig übersetzt wird, zeigt wie wenig man dem Gespür für Komik und den Englischkenntnissen der Zuschauer hierzulande traut. Das Problem der Synchronsiation ist weniger das der Gefahr des Nichtverstehens auf Seiten der Zuschauer, als vielmehr ein Problem der Kastration der Kunstfigur Borat. Mit der Übersetzung nimmt man der Figur ihre Genialität. Cohen verkörpert diese Figur so kompromisslos wie es ein deutscher Synchronsprecher einfach nicht kann.
Den synchronisierten Dialekt kann man bestenfalls halbherzig nennen. Und das ist ein Phänomen, dass sich auch in synchronisierten Spielfilmen oder Serien zeigt. Wenn in Hollywood das Drehbuch eine(n) Deutsche(n) vorsieht, wird einfach ein(e) Deutsche(r) verpflichtet. Da kommt der Dialekt quasi gratis daher und das auch noch 100% authentisch. Man denke nur an die ganzen Nazis in den Spielberg-Filmen.
Bei Borat handelt es sich allerdings eher um einen Dokumentarfilm. Und da hört man gleich die nächste Schieflage. Wenn man sich Dokumentationen anhört, die von professionellen Synchronsprechern und Schauspielern gesprochen werden, hat man ständig das Gefühl etwas zu verpassen bzw. etwas nicht mitzukriegen. Man kann das sehr schön auf Arte analysieren, wo wochentags um 20:15 regelmäßig (meistens französische) Dokus in genau dieser Mache daherkommen. Sie sind als Reality-Dokus ohne Hintergrundsprecher angelegt. Professionelle Schauspieler versuchen Authentizität mit Bühnensprache zu heucheln, was sich immer wieder schräg und unpassend anhört.
Beim Betrachten von Borats Interviews wünscht man sich Untertitel und etwas mehr Vertrauen in die Englischkenntnisse deutscher Kinogänger und TV-Zuschauer.

Offizielle Webseite (DE)
Offizielle Website (UK)

Weitere Ausschnitte

11 Oktober 2006

Tarantino + Rodriguez = Grind House

Es gibt einen ersten Trailer zum Gemeinschaftsprojekt von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez. Der Film heißt Grind House und wird vermutlich noch eine Weile auf sich warten lassen. Die beiden dicken Kumpels haben sich wohl wie schon in Sin City die Arbeit geteilt. Diesmal 50:50. Tarantinos Film im Film heißt Death Proof und Rodriguez nennt seine Hälfte Planet Terror.
Wenn man den Trailer gesehen hat, fallen einem auch keine passenderen Titel ein...

Nachtrag: Der Trailer zeigt nur Szenen aus Rodriguez' Hälfte sowie Szenen eines Fake-Trailers für einen fiktiven Film namens Machete (Ausschnitte mit Danny Trejo).



11 September 2006

Deutschland - ein Sommermärchen

Der Trailer zu Sönke Wortmanns Film über die Fußball-WM 2006:

04 Juni 2006

The Da Vinci Code - Sakrileg

Innerhalb einer Woche habe ich zwei Filme gesehen, die unterschiedlicher nicht sein können. Zunächst war da der Da Vinci Code. Ein Film, über den in diversen Medien nun schon wirklich genug gesagt wurde. Das Resümee dieser filmischen Umsetzung des Bestsellers von Dan Brown mit Tom Hanks (der wunderbarerweise nicht wie Tom Hanks daherkommt) und Audrey Tautou - der Versinnbildlichung der französischen Frau – in den Hauptrollen ist einfach: wer das Buch mochte oder zumindest unterhaltsam fand, wird auch den Film mögen.

Er hat alles, was ein Kinoerlebnis im klassischen Sinne mit sich bringen sollte: adäquate Darsteller, Action, eine rasante Geschichte, hier und da eine unerwartete Wendung, ein wenig Liebe, sorgfältig gewählte Bilder und am Ende der unvermeidliche Sieg des Guten.

Der Da Vinci Code unterhält, aber da hört es auch schon auf. Was dem Film ganz vehement fehlt, ist Atmosphäre. In den Louvre-Szenen am Anfang, über die im Vorfeld ein großer Bahnhof gemacht wurde, passiert im Kopf leider gar nichts. Nicht eine Sequenz lässt den Blick wandern, nichts versetzt den Zuschauer ins Staunen und die Besonderheit dieses Museums wird nicht im geringsten transportiert. Alles Dinge, die fast automatisch entstehen, wenn man selber dort ist. Weder der Regisseur Ron Howard noch Salvatore Totino (Kamera)schaffen es, den tatsächlichen Ort und seine Bilder von selbigem die gleiche Sprache sprechen zu lassen. Leider gilt dies nicht nur für den Louvre, sondern für alle anderen Schauplätze gleichermaßen.

So traurig dies auch ist, tut es dem Erfolg des Films keinen Abbruch. Wie eingangs erwähnt, funktioniert die Verfilmung nach dem „Was du gelesen hast, bekommst du auch“ - Prinzip und ist für einen kurzweiligen Kino-Abend ohne großes Nachdenken bestens geeignet.

(hier im Bild: einer der wenigen Gründe, den Film zu sehen....)

Angel-A

Eine positive Überraschung stellte in dieser Woche der Film „Angel-A“ dar.
Die Geschichte, die der neue Film von Luc Besson erzählt, ist schlicht. Ihre Umsetzung ist jedoch von einer solchen Bildgewalt geprägt, dass ich auch Tage später manche Szenen noch bestens vor Augen habe.


Angel-A erzählt von einem in jeder Hinsicht zu kurz geratenem jungen Mann namens André (Jamel Debbouze). Er ist kleinwüchsig und ein Kleinkaliber-Ganove, dem seine Machenschaften über den Kopf gewachsen sind und ihm nun ernsthafte Schwierigkeiten bereiten. Er wird von der halben Pariser Unterwelt verfolgt und sieht den einzigen Ausweg in einem Sprung von einer Seine-Brücke. Während er auf eben dieser Brücke steht, entdeckt er plötzlich eine Frau, die nicht so lange zögert wie er und einfach springt. André springt nun ebenfalls, allerdings nicht mehr aus Todessehnsucht, sondern um sie zu retten. Nachdem ihm dies glückt, beginnt die gemeinsame Geschichte der beiden.

Die vermeintliche Selbstmörderin ist Angela (Supermegagigatophammermodel Rie Rasmussen), ein heißes Stück mit langen Beinen und kurzem Kleid, die André fortan nicht mehr von der Seite weicht. Sie ist ein Engel, der ihm geschickt wurde, um sein verkorkstes Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und seine Sicht auf sich selber zu ändern. Gemeinsam mischen sie im Laufe des Films die Unterwelt auf und biegen alle krummen Dinger, die Andrés Leben zu einem großen Haufen Dreck werden lassen, gerade. Er findet mit ihr an seiner Seite den lang ersehnten Respekt. Gleichsam lernt er, sich wieder selber zu lieben und verliebt sich dabei in Angela. Sie liebt ihn trotz allem natürlich auch (seufz...) und das ist auch die einzige Komplikation weit und breit, denn es ist für Angela nicht vorgesehen, sich mit ihm einzulassen. Ist ihre Mission beendet, muß sie zurück in den Himmel. So ist das Gesetz, aber wer will schon, daß ein Film so endet?


Es mag nicht die neueste Geschichte sein und auch wenn ich noch 100 Mal in irgendwelchen Gazetten lesen muß, wie toll Rie Rasmussen doch ist und das sie nicht nur modelt, sondern auch malt, fotographiert, schreibt und ihren eigenen Abwasch macht, ist sie leider noch lange keine gute Schauspielerin. Dennoch bringt mich all das nicht davon ab, Angel-A für einen wirklich guten Film zu halten.

Die Faszination des Films liegt nicht so sehr in der Geschichte, als vielmehr in den großartigen schwarz-weiß Bildern von Paris im Herbst. Das Licht, die Schatten und deren Kontraste werden von Thierry Arbogast (Leon – der Profi, Im Rausch der Tiefe, Das fünfte Element) derartig faszinierend eingefangen und fotografiert, daß die Handlung und die leider nicht durchgehend überzeugenden Darsteller manchmal vollkommen in den Hintergrund treten. Es scheint, als ob die Stadt ein weiterer Hauptdarsteller ist, der weiß, wann er vornehm zurückhaltend einen Rahmen geben und wann er selber unterstützend in den Fokus rücken muss.

Kurzum: Angel-A schafft mit leichter Hand all das, woran man im Da Vinci Code so verzweifelt bastelt und letztlich doch scheitert. Ansehen!

21 April 2006

Harte Schale, matschiger Kern - 16 Blocks

Man nennt das wohl "aus der Not eine Tugend machen", was Bruce Willis in seinen letzten Filmen versucht hat. Und auch in 16 Blocks versucht er gar nicht erst den knackigen Superhelden zu spielen. Stattdessen ist er Jack Mosley, ein in die Jahre gekommener Detective aus Manhattan ohne Ambitionen aber dafür mit Hinkebein und ernstem Alkoholproblem.


Nach einer anstrengenden Nachtschicht bekommt er morgens um acht noch den Auftrag einen Häftling zum Gerichtsgebäude zu bringen, wo er als Zeuge in einem Prozeß aussagen soll. Das Gericht liegt genau 16 Blocks entfernt und eigentlich sind es auch noch zwei Stunden Zeit bis Eddie Bunker (gespielt von Mos Def, kennt man aus The Italian Job & Per Anhalter durch die Galaxis) aussagen muß. Der macht einen leicht gestörten aber harmlosen Eindruck. Als Jack jedoch zum Tanken anhält, er braucht noch zwei Flaschen Scotch für seinen Feierabend, versuchen zwei Killer seine Fracht umzulegen. Jack erschießt einen der beiden und flieht mit seinem Zeugen in eine nahe gelegene Kneipe, wo sie auf die Verstärkung warten. Diese ist jedoch keine große Hilfe, denn Jacks Kollegen wollen die Arbeit der Killer zuende führen. Diesmal muß Jack auf die eigenen Kollegen schießen und hat nun weniger als zwei Stunden Zeit für nicht mal 16 Blocks bis zu seinem Ziel und die gesamte Polizei von Manhattan gegen sich.

Und anstatt Manhattan auch mal in Schutt und Asche zu legen, setzt Regisseur Richard Donner (Erfinder der Lethal Weapon-Reihe) auf eine weitgehend reduzierte Actionhandlung. Anstatt mit dem Taxi durch den Central Park zu heizen, entwickelt sich unser Alki zum Meister der Schnitzeljagd, trickst seine Verfolger mit falschen Fährten aus, schlägt Haken und zeigt uns nebenbei die Hinterhöfe der Lower East Side. Wenn man als Filmemacher auf große Explosionen, schnelle Schnitte und wilde Verfolgungsjagden verzichtet, müssen folglich Charaktere oder wenigstens die Story stimmen. Da allerdings kränkelt der Film.
Bruce Willis ist nicht gerade gesegnet mit variantenreichen Gesichtsausdrücken. Zuletzt in Sin City hat er bereits aus der Not eine Tugend gemacht und da ist es gutgegangen. In 16 Blocks sind seine schauspielerischen Unzulänglichkeiten der Hauptgrund warum man sich in vielen Szenen unglaublich langweilt. Am zweiten Hauptdarsteller liegt es nicht. Mos Def spielt als liebenswerter aber leicht debiler Kleinkrimineller Willis an die Wand wie man so schön sagt.
Leider zieht sich durch den ganzen Film - sozusagen als roter Faden - auch noch die Diskussion, ob sich Menschen zum besseren verändern können. Wobei Eddie als Vertreter ebenjener These von seiner eigenen Konditorei träumt, während Jack ihn für einen notorischen Verbrecher hält. Das ist während des Films doof und wird leider bis zum zuckersüßen Happy End noch doofer.

Dann ist da noch der unvermeidliche Konflikt zwischen Jack und seinen Ex-Kollegen/-Freunden in Person des Frank Nugent - gespielt von David Morse (The Green Mile & The Rock) und überflüssig zu erwähnen, daß auch er eine bessere Figur als Willis macht.
Anfänglich hat man bei 16 Blocks den Eindruck da könnte was reifen, was eine respektvolle Verbeugung vor dem dritten Teil der Stirb langsam-Reihe sein könnte. Leider kann sich der Film nicht so recht entscheiden in welche Richtung er mit seinen Darstellern möchte. Insbesondere Bruce Willis ist es jedoch der dem Film jeglichen Schwung nimmt. Hätten sie mal lieber noch ein paar Autos in die Luft gejagt...

16 Blocks - Offizielle Webseite
16 Blocks bei imdb.com

10 April 2006

Good Night, and Good Luck in Marlboro Country

In den 50er Jahren macht Senator Joseph McCarthy Jagd auf Kommunisten in den USA. Dafür zitiert er vermeintlich Verdächtige vor seinen Untersuchungsausschuß, um sie antiamerikanischer Interessen zu überführen. Seine Kampagne führt in vielen Bereichen des amerikanischen Lebens zu einer diffamierenden Hatz auf Personen, die auch nur entfernt mit der roten Gefahr in Verbindung gebracht werden können. Der Fall eines Armeeangehörigen, der ohne handfeste Beweise oder ein reguläres Verfahren wegen einer vermeintlichen kommunistischen Vergangenheit aus der Army entlassen wird, ist für den CBS-Reporter Edward R. Murrow (David Strathairn) und seine Mitarbeiter der Start zu einer Aufklärungskampagne über Senator McCarthys fragwürdige Methoden und Interessen.
Nach Syriana kommt mit Good Night, and Good Luck die nächste filmische Aussage zum politischen Amerika dieser Tage, an der George Clooney maßgeblich beteiligt ist. Bei diesem Film ist er nicht nur wieder Nebendarsteller, diesmal als Murrows Produzent Fred Friendly, er ist auch noch Drehbuchautor und Regisseur. Und wie schon die Aussage von Syriana wenig schmeichelhaft war, geht auch dieser Film hart ins Gericht mit einer Regierungspolitik, die Widerspruch mit der Patriotismuskeule im Ansatz zu erschlagen versucht.


Noch entscheidender ist jedoch das Bild des Journalisten, das Clooney in diesem Film zeichnet. Er bedient sich dabei des realen Vorbilds Edward R. Murrow, der die journalistischen Tugenden Objektivität, Verstand und Unbestechlichkeit perfekt verkörpert. Tugenden, an denen es der US-Journalistenschaft insbesondere vor dem Irakkrieg mangelte. Übrigens eine Haltung, die George Clooney mit vielen in Hollywood und dem Alten Europa teilt.
Und so muß man diesen Film wohl als mutiges Statement betrachten. Wie erklärt man sonst die ausnahmslos überschwänglichen Kritiken der US-Rezensoren im vergangenen Jahr? Für bewegende Kinounterhaltung ist das Schauspiel zu dezent. Neben Clooney agieren durch die Bank nur große Namen wie Jeff Daniels, Robert Downey Jr. etc… , die sich jedoch allesamt angenehm zurücknehmen. Dazu die vielen Originalaufnahmen aus den 50ern und dazu passend der ganze Film in schwarzweiß. All das verleiht dem Film streckenweise dokumentarische Züge. Dafür stören dann die an wenigen Stellen etwas dick aufgetragenen Inszenierungen der Plädoyers von Edward Murrow.
Insgesamt gelingt es wunderbar die 50er Jahre in dieser kleinen TV-Welt auferstehen zu lassen. Clooney hat nicht nur an der Farbe gespart. Die Kulissen stellen fast ausschließlich die CBS-Studios dar. Sogar die Musik klingt angenehm passend schwarzweiß. Trotzdem stellt man sich bei Good Night, and Good Luck am Ende als Nichtamerikaner die Frage: Ja, und? Worin besteht die Sensation eines kritischen kettenrauchenden TV-Journalisten? Aber schließlich haben wir ja auch Sabine Christiansen…


Good Night, and Good Luck - Offizielle deutsche Website
Good Night, and Good Luck bei imdb.com